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Donnerstag, 17 Oktober 2019

Produkte

Baureihe JJ-B

Unsere Standard-Laborwaage: Die Ablesbarkeit von bis zu 300.000 einzelnen Messschritten ist unser aktuelles Limit mit der DMS-Technologie.
In den Versionen mit 0,01g-Schritten wird die Waage mit einer 170 * 195 mm große Wägefläche geliefert.


Die feineren Versionen mit 0,001g besitzen eine runde Wägefläche, unter einem großen Windschutz aus Glas.

 

Abschirmung

Unter der weißen Oberschale aus schlagfestem Kunststoff befindet über den wichtigsten Komponenten, der Wägezelle und der "Auswertelektronik", eine Kapsel aus dickem Alu-Guss um diese vor störender Strahlung zu schützen.

Sie kennen den Effekt bestimmt von einem Radio, neben das Sie ein Handy legen und anrufen. Die Funkwellen werden im Normalfall von der Antenne des Handys ausgestrahlt, von dem Sendemast in ein paar km Entfernung empfangen und die dabei entstehenden elektronischen Signale in ein Gespräch umgewandelt.

Die Funkstrahlung wirkt sich auch auf die Antenne des Radios aus und erzeugt auch dort elektrische Signale. Es knackt hörbar im Lautsprecher.

Eine Waage besitzt natürlich keine Antenne, doch diese elektrischen Strahlungen wirken sich auf alle leitenden Bauteile wie Kabel und Sensoren aus, in allen Elektrogeräten.
Bei den meisten Geräten ist das unproblematisch, bei digitalen Messgeräten kann dadurch das eigentliche Messignal verfäscht werden. Dazu kommt, das die Auswerteelektronik einer Feinwaage natürlich zwangsläufig empfindlicher arbeiten muss als ein Empfänger im Radio.

Bei einer Küchenwaage die z.B. mit 3kg / 1g arbeitet, besitzt die Waage so große Bereiche zwischen den einzelnen Messschritten das eine Störung unproblematisch ist.
Waagen die 3kg mit 0,01g Schritten berechnen, also 100 mal so fein, reagieren auch auf Störungen 100 mal so empfindlich.
In dem Bereich ist sogar keine starke Funkstrahlung von z.B. einem Telefon mehr erforderlich, die Waage kann von allen Geräten die ein elektrisches Feld aufbauen gestört werden. Das gilt insbesondere für Geräte mit starken Kondensatoren oder Motoren. Im Laborbereich gehören dazu z.B. Zentrifugen, Schüttler, Magnetrührer oder die Netzteile von anderen Geräten.

 

Bei Waagen ohne Abschirmung werden diese Störungen nur mittels Software ausgefiltert. Die Messung wird künstlich auf ein paar Sekunden verlängert und während dieser Zeit ein Mittelwert gebildet. Kommt es in dieser Zeit zu einer Störung die ein "Knacken" im Radio verursachen würde, sehen Sie davon nicht viel im Display. Vibrationen am Tisch oder Strahlung die wie ein "Rauschen" im Radio hörbar sind, werden über einen Schwingungsfilter ausgefiltert. Beides zusammen hilft auch gegen andere störende Einflüsse und machen es auf günstigen Waagen möglich, ein eingeschaltetes Handy in einem Raum mit starkem Luftzug auf einem wackeligen Tisch zu wiegen. 

 

Beides zusammen (Störung und Filter) wird erst problematisch, wenn Sie keine festen Gegenstände wiegen sondern auf der Waage dosieren. Die geringe Sensibilität mit der Mittelwertberechnung führt dazu, dass sich die Displayanzeige beim Hinzufügen von sehr kleinen Mengen nur langsam ändert. Der Schwingungsfilter würde eine minimale Änderungen (wenn z.B. 0,998g aufliegen und Sie nochmal 0,002g hinzufügen möchten) sogar komplett blockieren. Erst nach dem Hinzufügen von mehr Masse "springt" die Waage auf einen neuen Wert, z.B. 1,002g.

Bei allen professionellen Waagen und teilweise auch für günstigere Waagen wie die PLC oder KF (ohne jede Abschirmung, reines Kunststoffgehäuse), bieten wir bereits die Möglichkeit, die Waage in den Dosiermodus zu setzen und die Filter komplett zu deaktivieren. Jetzt wird jedes von der Wägezelle empfangene Signal angezeigt, aber auch jede Störung.
Möchten Sie bei 0,998g nochmal eine winzige Menge hinzufügen bis die Waage 1,000g im Display anzeigt, kann sein das Sie die fehlenden 2 mg dosiert haben. Oder es kann sein, das Sie 1mg hinzugefügt haben und ein weiteres mg verfälscht angezeigt wird weil der Nachbar einen Anruf bekommt.

  

Unsere Baureihen JJ-A und JJ-B besitzen einen geschlossenen Bereich um diese Strahlung so gut wie möglich von der Messelektronik abzuschirmen. Nach unten ist der Block fest mit dem Unterbau aus Alu-Guss verbaut. Nur oben befindet sich zwangsläufig ein kleines Loch, über das die Wägezelle mit der Wägefläche verbunden ist.  
Dieser Block macht etwa die Hälfte des Gehäuses aus. 
Auf dem "Mainboard", das Sie vorn im Foto sehen, geht es nur noch um unkritische Bereiche wie die Ansteuerung des Displays, die Tastatur oder die RS232-Schnitstelle.

 

 

Datenblatt